Verschiedene Tumorarten sind in der Lage, in den Knochen zu streuen. Allerdings unterscheiden sie sich in der Häufigkeit, mit der sie das tun. So findet man Knochenmetastasen bei etwa einem Viertel der Patienten mit Nierenzellkarzinom, jedoch bei bis zu 75 % der Patienten mit Prostatakarzinom. Aber nicht nur in der Häufigkeit des Auftretens von Knochenmetastasen gibt es Unterschiede, die Knochenmetastasen können sich auch in ihrem Aufbau unterscheiden:
Osteolytische und osteoblastische Metastasen
Metastasen, in deren Bereich das Knochengewebe abgebaut wird und der Knochen an Substanz verliert, nennt man osteolytische Metastasen. Bei osteoblastischen Metastasen hingegen wird vermehrt Knochengewebe gebildet, das allerdings nicht so belastbar ist, wie gesunder Knochen.
Manche Tumorarten bilden vorwiegend osteolytische Metastasen, wie zum Beispiel das Myelom. Bei anderen, wie dem Prostatakarzinom treten zumeist osteoblastische Metastasen auf. Bei der überwiegenden Zahl der Tumore können jedoch sowohl osteolytische als auch osteoblastische Metastasen und auch gemischte Formen auftreten. In einer Studie wurde bei 468 Patientinnen mit den Diagnosen Brustkrebs und Knochenmetastasen mithilfe der Computertomograpie untersucht, wie hoch der Anteil der osteolytischen bzw. osteoblastischen Metastasen war (3). Das Ergebnis ist in der folgenden Abbildung dargestellt:

Abbildung: Anteil der osteolytischen und osteoblastischen Metastasen bei Patientinnen mit in das Skelett metastasiertem Mammakarzinom (3).
Nur ein Bisphosphonat wirkt bei osteoblastischen Metastasen
Knochenmetastasen können ernste Probleme nach sich ziehen: Knochenschmerzen sind für die Betroffenen stark belastend und führen häufig auch zu einer eingeschränkten Beweglichkeit. Aufgrund der verminderten Belastbarkeit kann der Knochen brechen und im ungünstigen Fall, z. B. im Bereich der Wirbelsäule auch zu Nerveneinklemmungen führen. Um solchen Komplikationen vorzubeugen, erhalten Patienten mit Knochenmetastasen ein Medikament aus der Gruppe der Bisphosphonate, das den Knochen schützt.
Jedoch wirken nicht alle Bisphosphonate bei allen Metastasenarten gleich gut. Nur ein Bisphosphonat zeigt neben seiner Wirkung bei osteolytischen Metastasen auch eine nachgewiesene Wirkung auf osteoblastische Metastasen: (1). Experten empfehlen den Einsatz dieses Wirkstoffs zum Schutz des Knochens, insbesondere wenn auch osteoblastische Anteile vermutet oder nachgewiesen werden (2).
Quellen:
- Body JJ. Rationale for the use of bisphosphonates in osteoblastic and osteolytic bone lesions. Breast 2003; 12 Suppl 2:S37-44.
- Heidenreich A, Aus G, Bolla M, et al. EAU Guidelines on Prostate Cancer. Eur Urol 2008;53:68-80.
- Quattrocchi CC, Piciucchi S, Sammarra M, et al. Bone metastases in breast cancer: higher prevalence of osteosclerotic lesions. Radiol Med (Torino) 2007; 112:1049-1059.