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Neuer Therapieansatz aus der Weltraumforschung

Astronauten leiden nach einem längeren Aufenthalt im Weltall häufig unter Knochenschwund, wie er auch bei Krebspatienten nach Durchlaufen einer Strahlenbehandlung zu beobachten ist. Wissenschaftler an der Clemson University in South Carolina, USA, entwickelten jetzt ein Modell zur Ursachenforschung, von dessen Ergebnissen die Reisenden im All und die Patienten auf der Erde gleichermaßen profitieren sollen.

Wie Prof. Ted Bateman, Clemson University, im 'Journal of Applied Physiology' erklärt, wurde bei Astronauten nach einem längeren Aufenthalt in der internationalen Weltraumstation deutliche Zeichen von Knochenschwund im Bereich des Halses und der Wirbelsäule diagnostiziert. Auch nach fünf Jahren war die ursprüngliche Knochendichte noch nicht wieder erreicht. Ursachen dafür sind die Mikrogravitation und die hohe Strahlung, der die Astronauten im Weltall ausgesetzt sind - ein Problem, das sich vor allem bei längeren Reisen ins All wie der geplanten Marsexpedition stellt. Ungeschützt kann die Strahlendosis für Kosmonauten auch tödlich sein, so Bateman. Bestrahlung in therapeutischer Intention ist hingegen ein wichtiges Instrumentarium zur Verlängerung der Lebensdauer von Tumorpatienten. Langfristig drohen jedoch auch hier Osteoporose, Frakturen und Rückenschmerzen.
In ihren Studien an der Clemson University und dem Kennedy Space Center entwickelten Bateman und Mitarbeiter ein Tiermodell, in dem die Strahlenbelastung im Weltall aufgrund von Sonneneruptionen und jene im klinischen Alltag simuliert wurde. Dadurch versprechen sich die Autoren neue Erkenntnisse über die Ursachen des Knochenschwunds als Basis für die Entwicklung neuer Therapieformen, die sowohl im All wie auf der Erde von Nutzen sind. Einen wichtiger Schritt in diese Richtung könnte das Protein Osteoprotegerin sein, das in einem wissenschaftlichen Test während des Space Shuttle-Flugs STS-108 im Jahr 2001 Labormäuse vor Osteoporose bewahrte. Die Anwendung von Osteoprotegerin beim Menschen wird mittlerweile in Phase-III-Studien geprüft.
Quelle: Nach Informationen von Newswise.com
Autor: BSMO Redaktion
Stand: 22-08-2006
 

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