Aufgrund der Schwächung des Knochens kann es auch unter normaler Belastung zu einem Bruch im Bereich einer Metastase kommen. In einigen Fällen ist dann eine Operation unumgänglich.
Operation an der Wirbelsäule
Skelettmetastasen finden sich sehr häufig in der Wirbelsäule. Bei fortgeschrittenem Befall können Wirbelkörper instabil werden und in sich zusammenbrechen. Zumeist erleidet der betroffene Patient dadurch starke Schmerzen. Bei besonders ungünstigem Verlauf wird durch den Bruch auch das Rückenmark im Wirbelkanal oder die aus dem Wirbelkanal austretenden Nervenbahnen eingeklemmt.
Kommt es aber zu zunehmenden Lähmungserscheinungen oder einem Kontrollverlust von Blasen- oder Mastdarmfunktionen, muss umgehend operiert werden. Eine mehr als 6 Stunden bestehende komplette Querschnittlähmung auf dem Boden einer Metastasenerkrankung ist nicht rückbildungsfähig.
Bei einigen Patienten kommt eine ‚große’ Operation an der Wirbelsäule nicht in Frage, da sie aufgrund ihrer Tumorerkrankung in einem reduzierten Allgemeinzustand sind. Dann können noch weniger belastende Eingriffe helfen:
Einbringen von Knochenzement in den instabilen Wirbelkörper
In einer Schlüssellochoperation kann unter Durchleuchtung Knochenzement direkt in den gebrochenen oder bruchgefährdeten Wirbelkörper eingespritzt werden. Dies ist in der Regel ein kleiner Eingriff, für den eine Narkose nicht erforderlich ist. Er wird in der Fachsprache als ‚perkutane Vertebroplastie’ bezeichnet und bringt neben der Stabilisierung in 60–90 % der Fälle eine Linderung des Schmerzes.
Ist der Wirbelkörper bereits zu mehr als zwei Dritteln in sich zusammengebrochen, kommt ein Verfahren zum Einsatz, das ‚Kyphoplastie’ genannt wird. Hier wird zunächst über eine Hohlnadel ein Ballon in den Wirbelkörper eingebracht und dort aufgeblasen. Die dadurch entstandene Höhle im Wirbelkörper wird unter Durchleuchtung mit Knochenzement gefüllt. Der Wirbelkörper kann damit zumindest teilweise wiederaufgerichtet werden und die Schmerzen sind deutlich gelindert.
Operation an Armen oder Beinen
Auch bei dem Bruch eines langen Röhrenknochens an Arm oder Bein kann für eine ausreichende Stabilisierung eine Operation erforderlich sein. Für eine gute Knochenheilung sollte das Tumorgewebe im Bereich des Bruchs möglichst vollständig entfernt werden. Speziell entwickelte Implantate (Tumorendoprothesen) können sogar einen Defekt überbrücken, der durch das Entfernen eines befallenen Knochenstück entstanden ist.