Therapieziele der lokalen Bestrahlung
Die lokale Bestrahlung, der Fachausdruck ist ‚perkutane Radiotherapie’, wird bei Knochenmetastasen eingesetzt, um örtlich begrenzte Schmerzen zu lindern, die Stabilität eines gefährdeten Knochenareals zu erhalten und um am Ort der Bestrahlung die Tumorzellen zu vernichten.
Häufig wird auch nach einem operativen Eingriff im Bereich einer Knochenmetastase nachbestrahlt. Dadurch werden im Operationsgebiet alle noch vorhandenen Tumorzellen beseitigt und eine stabile Bruchheilung gefördert.
Durchführung
Nach einem Aufklärungsgespräch wird eine Computertomographie (CT) des zu bestrahlenden Körperbereichs angefertigt. Der Patient wird in der CT exakt so gelagert, wie später bei der Bestrahlung. Auf den CT-Bildern kann der Röntgen-Facharzt sehen, wo die Metastase genau liegt. Sie dienen als Grundlage für die Erstellung eines 3D-Bestrahlungsplans: eine hohe Strahlendosis soll das Tumorgewebe treffen, das umgebende gesunde Gewebe muss dagegen geschont werden. Unter Durchleuchtung werden die Bestrahlungsfelder dann ganz genau festgelegt und Markierungen auf die Haut des Patienten aufgemalt. Nach dieser Simulation erfolgt die eigentliche Bestrahlung.
Therapieziel und Befinden des Patienten tragen zur Entscheidung bei, ob die Bestrahlungstherapie in einer Sitzung erfolgen kann oder auf mehrere Bestrahlungstermine verteilt wird.
Stark gegen den Schmerz
Die Strahlenbehandlung von Knochenmetastasen ist besonders effektiv bei Schmerzen. Etwa 70 – 90 % der betroffenen Patienten berichten über eine Schmerzlinderung. Bei der Hälfte der Patienten ist der Schmerz sogar vollständig weg. Dieser Effekt tritt bereits wenige Tage nach Bestrahlung auf und hält häufig bis zum Lebensende an.
Wird die Strahlenbehandlung durchgeführt, um einen bruchgefährdeten Knochen zu festigen, so ist eine relevante Stabilisierung des Knochens durch den Aufbau gesunden Knochengewebes erst nach 2 – 3 Monaten zu erwarten.
Intensitätsmodulierte Radiotherapie – ein neues Verfahren
Mit einem neuen Verfahren, der intensitätsmodulierten Radiotherapie, kurz IMRT, ist es möglich, die Strahlendosis im Bestrahlungsgebiet abgestuft einzusetzen. Gewebe im Metastasenrandbereich, das nahe an zu schützenden Strukturen gelegen ist, kann mit geringerer Intensität bestrahlt werden, als das Metastasenzentrum. Die IMRT ermöglicht also eine höhere Tumordosis bei größtmöglicher Schonung des gesunden Gewebes.
Effiziente Kombination
Die Kombination von Bestrahlung und Gabe eines Bisphosphonats führte in einer Studie (1) zu einem ausgeprägteren Tumorzellsterben, als jede dieser Therapien für sich alleine.
(1)
Ural AU, Avcu F, Candir M, Guden M, Ozcan MA. In vitro synergistic cytoreductive effects of zoledronic acid and radiation on breast cancer cells. Breast Cancer Res 2006; 8:R52.